Nach meiner Rückkehr aus San Jose habe ich den Markt für Robotik-Events systematisch analysiert. Das Ergebnis war eindeutig: Es gibt viele Formate rund um das Thema Humanoide Robotik, aber sie alle fokussieren auf nur zwei Bereiche:
- Education & Forschung: Universitäten und Institute präsentieren ihre neuesten Paper und Prototypen. Wertvoll für die Grundlagenforschung, aber praxisfern für die Industrie.
- Venture Capital & Investment: Konferenzen, bei denen Startups ihre Pitch-Decks präsentieren. Wichtig für die Finanzierung, aber selten mit echten industriellen Use Cases verbunden.
Was aber komplett fehlte: Ein Humanoid Forum, das sich mit den echten Herausforderungen auf dem Weg zur industriellen Implementierung beschäftigt.
Die zentrale Herausforderung ist die Robustheit humanoiden Systeme. Aktuelle Prototypen arbeiten meist unter kontrollierten Laborbedingungen – aber in Produktionsumgebungen mit Staub, Temperaturschwankungen, Vibrationen und unvorhersehbaren Ereignissen versagen sie oft. Die Real-to-Sim Gap – die Kluft zwischen Simulation und realer Welt – ist nach wie vor eine der größten Hürden für die Industrialisierung.
Hinzu kommen Themen wie Cybersecurity für Robotik: Vernetzte humanoide Systeme sind potenzielle Angriffsziele. Wer schützt die Kinematik-Daten, die Aktuatorik-Steuerung und die Sensorik vor Manipulation? Wer definiert die ISO-Sicherheitsstandards für eine neue Klasse von Maschinen, die sich wie Menschen bewegen?
Genau hier setzt mein Humanoid Forum an. Wir fragen nicht "Was ist theoretisch möglich?", sondern: "Wo sind die tatsächlichen Schwierigkeiten? Welche Probleme gilt es auf dem Weg zur produktiven Implementierung zu lösen?"
Als Diplom-Ingenieur der Elektrotechnik liegen mir echte Anwendungen und die Überwindung realer technischer Hürden am Herzen. Dieses Humanoid Forum ist die direkte Konsequenz aus dieser Überzeugung – praxisnah, herstellerneutral und konsequent auf industrielle Wertschöpfung ausgerichtet.